Cala En Caló
Nur 25 Meter lang und ausschließlich per Kajak oder schwimmend von der Granadella aus erreichbar: Diese unberührte Bucht bei Jávea kommt ohne Sand und ohne Infrastruktur aus, bietet dafür türkisfarbenes Wasser zwischen steilen Klippen und selbst im August vollkommene Ruhe.
Kurz gesagt: Die Cala En Caló ist eine 25 Meter kurze, unberührte Bucht an der Südküste von Jávea, die sich nur vom Wasser aus erreichen lässt – mit dem Kajak, dem Paddleboard oder schwimmend, mehrere hundert Meter von der Cala de la Granadella entfernt. Weder Strandbar noch Rettungsschwimmer stören die Stille; wer sie sucht, findet hier glasklares Wasser und Schatten unter den Klippen.
Cala En Caló verbirgt sich in dem Klippenabschnitt, der die Cala de la Granadella im Osten abschließt, innerhalb des Parque Forestal de la Granadella und des Schutzgebiets um den Cap de Sant Antoni mit seinem Meeresreservat. Auf den meisten Touristenkarten taucht sie gar nicht erst auf, denn ohne Landweg bleibt nur der Zugang über das Meer – ein Umstand, der sie vom Massentourismus fernhält, der andere Buchten von Jávea jeden Sommer überflutet. Wer hierher will, paddelt von der Granadella aus los und sieht schon von Weitem die schmale Felsöffnung, die die Bucht vor dem Ostwind schützt. Der Unterschied zur Nachbarbucht Granadella mit ihrem bewirtschafteten Parkplatz und ihrer Strandbar könnte größer nicht sein: Hier gibt es weder Duschen noch Mülleimer, keine menschliche Spur außer gelegentlich einer Boje.
Wie kommt man zur Cala En Caló, ohne einen Fuß an Land zu setzen?
Am einfachsten mietet man sich direkt an der Granadella ein Kajak und umrundet die Klippen rund fünf Minuten lang Richtung Osten – die Strecke ist kurz, keine paar hundert Meter Luftlinie, verlangt aber ruhige See und Geschick im Umgang mit flachen Felsen, die bei Ebbe auftauchen. Auch mit dem Paddleboard kommt man hin, sofern der Ostwind nicht schon am späten Vormittag querschießt; schwimmend schafft es nur, wer sicher im Wasser ist und eine Signalboje mitführt, denn Motorboote kreuzen dieselbe Zone, und niemand überwacht sie. Einen offiziellen Pfad zum Meer gibt es nicht: Die Felswand fällt mehr als 30 Meter senkrecht ab, und jeder Versuch zu Fuß endet an einer Abbruchkante ohne Ausweg. Genau deshalb ist die Cala bis heute eine der wenigen Buchten der Gemeinde ohne jede Bebauung in Sichtweite – weil ein Zugang zu Fuß schlicht nicht existiert und auch nie existieren kann.
Was macht eine 25 Meter kurze Bucht so besonders?
Sand sucht man in En Caló vergeblich: Der Grund besteht aus hellem Geröll und Felsplatten, die das Licht brechen und jenes intensive Türkis erzeugen, das man an den städtischeren Stränden rund um Cap de Sant Antoni nicht findet. Rund 25 Meter lang und je nach Gezeit 6 bis 8 Meter breit, liegt sie eingezwängt zwischen über 15 Meter hohen Wänden, die bis zum späten Vormittag Schatten werfen und sie zugleich vor dem Westwind schützen – selbst wenn am Arenal die See aufgewühlt ist, liegt das Wasser hier meist glatt wie ein Spiegel. So klar ist es, dass sich Seeigel und Goldstriemen auch ohne Taucherbrille erkennen lassen, mit Brille wird das Erlebnis aber noch besser. Weil kein Sand nachfließt, verändert die Bucht ihre Form kaum – anders als andere Buchten der Marina Alta, die nach jedem Sturm neu aussehen. Und dann ist da die Stille: Ohne Zugang zu Fuß bleibt nur das Rauschen der Wellen an der Steinwand und hin und wieder ein Kajak, das gemächlich kommt und wieder verschwindet.
Ein Ort, der sich von selbst erklärt: warum En Caló ohne Infrastruktur auskommt – und warum das wichtig ist
En Caló liegt im Schutzgebiet des Parque Forestal de la Granadella, rund 700 Hektar, die nach dem Waldbrand von 2016 wiederaufgeforstet und anschließend zum Waldpark erklärt wurden, um die unkontrollierte Bebauung zu stoppen, die damals die gesamte Südküste von Jávea bedrohte. Die Generalitat Valenciana hält hier bewusst eine Schutzkategorie aufrecht, die Wege, Strandbars oder eine Ausweisung als Stadtstrand verbietet. Ohne Landzugang reguliert sich die Besucherzahl von selbst, und der menschliche Fußabdruck bleibt gering, selbst im August, wenn an der Granadella schon vor zehn Uhr nichts mehr frei ist. Zwar zählt der Waldpark Jahr für Jahr beträchtliche Besucherzahlen, doch nur ein Bruchteil davon bekommt En Caló je vom Wasser aus zu Gesicht – weshalb der Meeresboden kaum Ankerspuren zeigt und das Wasser an windstillen Tagen ungewöhnlich klar bleibt.
Wann fährt man hin, und was nimmt man mit, wenn es dort nichts gibt?
Von Mai bis Oktober ist das Zeitfenster günstig, am ruhigsten liegt das Meer zwischen Juni und September. Vor der Abfahrt lohnt ein Blick auf den Seewetterbericht von Puertos del Estado für die Zone Jávea: Liegen die Wellen an der nächstgelegenen Bojenstation über 30 Zentimetern, wird das Anlanden in En Caló ungemütlich und die Sicht unter Wasser schlechter. Mitgebracht werden sollten Wasser, feste Badeschuhe für die Steine, ein wasserdichter Beutel fürs Handy und, wichtiger noch, alles, was man selbst hinterlässt – Mülleimer gibt es keine, und die Strömung trägt Plastik aufs offene Meer hinaus. Ein kleiner Anker oder eine Leine hält das Kajak von den Felsen fern, solange man badet, und wer Ruhe sucht, meidet besser die Wochenenden im Juli und August: En Caló selbst bleibt zwar leer, aber die überfüllte Granadella macht es schwer, dann noch ein Kajak ohne Reservierung zu bekommen.
Zum Vergleich, wie sich die Buchten rund um Jávea unterscheiden:
- Granadella: 160 m lang, Zufahrt über die Straße mit bewirtschaftetem Parkplatz, dazu Strandbar, Kajakverleih und Blaue Flagge.
- En Caló: 25 m lang, nur per Kajak oder schwimmend (150 m) erreichbar, ohne jede Infrastruktur.
- Sardinera: 200 m lang, über eine Piste plus 10 Minuten zu Fuß, ohne Infrastruktur, aber mit Zugang zu Fuß.
- Cap de Sant Antoni (Cala del Pope): 80 m lang, über den Wanderweg PR-CV 355 erreichbar, ohne Infrastruktur.
Wer ein ähnliches Erlebnis ohne Paddeln sucht, findet in den Tagesausflügen ab Alicante und im Guide zu Gärten und Parks von Alicante schattigere, einfacher zu erreichende Alternativen, auch wenn keine davon die völlige Abgeschiedenheit von En Caló erreicht; wer sich dagegen für unberührte Küste begeistert, hebt sich die Fonts de l'Algar besser für einen anderen Tag auf – ein Binnenziel mit Süßwasser, der perfekte Kontrast nach einem Vormittag im Salzwasser. Und wer von Benidorm aus startet, sollte früh losfahren: Der Sommerverkehr Richtung Jávea zieht die Fahrzeit deutlich länger, als es die Karte vermuten lässt.
Für die Planung lohnt sich ein Blick in die Tagesausflüge ab Alicante und den Guide zu den schönsten Aussichtspunkten bei Alicante, dazu passt ein Abstecher zum Castillo de Santa Bárbara.
Häufig gestellte Fragen zur Cala En Caló
Weder Rettungsschwimmer noch verlässlicher Handyempfang sind hier zu erwarten – wer sein Kajak nicht sicher beherrscht, sollte jemandem an Land Bescheid geben und eine Schwimmweste tragen. Meeresfreundliche Sonnencreme schont zudem das Neptungras, dem das Wasser seine Klarheit verdankt.
Tip: Es gibt keinen Pfad – nur mit dem Kajak, dem Paddleboard oder schwimmend von der Granadella aus, und nur bei ruhiger See.
Häufige Fragen
Kommt man zu Fuß zur Cala En Caló?
Nein. Es gibt weder einen Pfad noch Stufen – die Felswand fällt senkrecht ab, sodass nur der Seeweg bleibt: mit dem Kajak, dem Paddleboard oder schwimmend, mehrere hundert Meter von der Granadella entfernt und nur bei ruhiger See.
Gibt es Infrastruktur in der Bucht?
Keine: weder Strandbar noch Duschen, weder Rettungsschwimmer noch Mülleimer. Wasser, Badeschuhe und ein wasserdichter Beutel gehören ins Gepäck – und der gesamte Müll wieder zurück.
Ist die Bucht für Kinder geeignet?
Für kleine Kinder eher nicht: Es gibt keine Aufsicht, der Zugang erfolgt über das Wasser, und der Boden fällt schnell ab. Familien sind an der Granadella oder am Arenal besser aufgehoben.
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